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Title: Der Vormärz als ‚ausgelesenes‘ Buch. Grabbes historische Dramen als ‚zum Theater gewordene Tragödien‘
Authors: Maes, Sientje ×
Philipsen, Bart #
Issue Date: 2016
Publisher: Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses
Series Title: Zeitschrift für Deutsche Philologie issue:2 (135) pages:189-211
Abstract: Als Exponent der vormärzlichen Übergangszeit zwischen überholten sinnstiftenden, allegorischen Modellen und dem wachsenden Bewusstsein der Kontingenz, die eine eschatologische oder auch immanent-teleologische Perspektive der Geschichte zutiefst problematisiert, befindet sich der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe am Anfang des 19. Jahrhunderts in einem nicht zu leugnenden Bruch zwischen ‚alten‘ und ‚neuen‘ Zeiten. Mit dem Verschwinden Napoleons hat sich laut Grabbe eine ‚posthistorische‘ Spektakelgesellschaft durchgesetzt, in der die Geschichte (mit Walter Benjamin zu sprechen)„in den Schauplatz hineingewandert“ ist und die „entleerte Zeit“ nur noch „maskenhaft“ neubelebt werden kann. Als theatralische re-enactments des ‚ausgelesenen‘ Buches der Geschichte erscheinen Grabbes historische Dramen als zum Theater gewordene Tragödien, in denen der tragische Tod als einmaliges, auf einen anderen Beginn verweisendes ‚bedeutungsvolles‘ Ende, unmöglich geworden ist. Grabbes ‚moderne‘ Dramaturgie zeigt, wie der zum Problem gewordene) Tod als Ende-ohne-Ende, d.h. als Vergehen ohne Ziel oder eschaton, zum theatralischen Problem wird, d.h. zu einem (Nicht-)Ereignis, das Theater braucht, weil es ‚nichts mehr vorstellt‘ und nicht mehr über sich selbst zu etwas Anderem, Neuem hinausweist.
ISSN: 0044-2496
Publication status: published
KU Leuven publication type: IT
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